Heimflug

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200Ardietreter
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Heimflug

Beitrag von 200Ardietreter » 10 Aug 2014: 11 27

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Das Bild aus der Annonce auf Mobile.de
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Heimflug
ARDIE RBZ 200 Wanderfalk auf großer Fahrt

Prolog
Es begann mit einer Annonce in einem deutschen Online-Portal für gebrauchte Fahrzeuge. Bei der Suche nach einem Vorkriegsmotorrad stolperte ich über ein sehr bezahlbares Angebot. Der Haken bei der Sache war der Standort: Barcelona! Nach einigen Recherchen und einem Briefwechsel mit dem Verkäufer wurde die Sache aktuell. Die ARDIE, ein 2005 aus Österreich importiertes Exemplar, war nie in Spanien registriert. Wegen Motor- und Getriebereparatur war sie in die Hände eines nordspanischen Restaurateurs (Motos Rumor) gegeben worden, welcher laut Verkäufer hervorragende Arbeit geleistet habe. Das Motorrad sei in einem ziemlich perfekten Zustand und werde regelmäßig bewegt, wenn auch nur auf kürzeren Strecken. Zur Überführung der Maschine wurden mir einige Transportdienste angeboten, irgendwie fand ich das aber fad, ich hatte andere Ideen, auch wollte ich den Verkäufer persönlich kennen lernen.
Planung
Also stieg ich in die Planung einer Motorradtour Barcelona-Bad Aussee ein. Nach dem Studium einer Frankreich-Karte entfiel zunächst die Teilstrecke von Spanien bis Italien. Zwar ist mir die Cote d´Azur bekannt und sicher ein ideales Gelände, aber die Strecke bis hinter Marseille ist gespickt mit Autobahnen und ungemütlichen Schnellstraßen, auch erschien die Strecke von ca. 2000 Km als zu lang. Statt dessen ergab das Kartenstudium eine Fährlinie von Barcelona nach Genua – schon besser! So blieb die Fahrt von Genua nach Hause! Nun besuchen Clubkameraden unseres örtlichen Veteranenvereins regelmäßig die Motorradveranstaltung in Varano de Mellegari bei Parma. Diese fiel heuer auf den 10. Mai. Meine Anfrage, ob wohl jemand auf seinem Trailer noch ein Plätzchen frei habe und mein Motorrad auf dem Rückweg mitnehmen könne, wurde mir beantwortet mit: „Laß dir die Maschine bringen, Varano liegt in den Bergen, da kommst Du von Genua aus mit dem Ding nie hin!“ Auch gut...
Nun hat das Internet durchaus seinen Segen. Auf dem Portal http://www.alpenrouten.de findet man Kartenmaterial mit einer Auflösung bis zu 1:10.000 und eingezeichneten Höhenlinien im 20 Meter-Abstand. Ideal, um eine Route auszuarbeiten, welche nicht all zu quälend wird. So fand sich ein anderer Weg über den Apennin, und zwar die Straße über Bobbio nach Piacenza. Von dort durch die Po-Ebene zum Gardasee, weiter über Trento, Bozen, Brixen nach Bruneck und Lienz. Nach einem Anstieg in die Tauern bietet sich dann die Eisenbahnschleuse nach Gastein an, von dort ist es nur noch ein „Spaziergang“ bis ins Ennstal. So müsste es gehen...
Da die ARDIE noch immer österreichische Papiere hatte, welche ich inzwischen besaß, war die Beschaffung eines Überstellungskennzeichens kein Problem. Zur weiteren Vorbereitung gehörte die Anschaffung von zwei passenden Packtaschen, einem Seesack, einer leichten Zeltausrüstung sowie die Online-Buchung von Flug, Hotel und Fähre. Außerdem habe ich mir alle relevanten Knotenpunkte als Karten ausgedruckt. Es konnte los gehen.
Mander `s isch Zeit!

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